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TINNITUS THERAPIEANSÄTZE
ERFAHRUNGSBERICHT ÜBER
TINNITUSTHERAPIE

EIN BEITRAG VON DR. MED. JOHANN FUCHS,
FACHARZT FÜR ALLGEMEINMEDIZIN, A - 8010 GRAZ


Aus meiner Erfahrung gelingt es der einen oder anderen schulmedizinischen bzw. komplementären Therapie, einzelne Störfaktoren auszuschalten und damit den Tinnitus zu bessern bzw. zum Verschwinden zu bringen.

Aus der Vielfalt der Störmöglichkeiten und der zum Erfolg führenden Therapie-ansätze ist einzusehen, dass bei den einzelnen Betroffenen nicht jede Behandlung gleich gut anschlagen muss und deswegen keine Therapie als Therapie der ersten Wahl gelten kann.Manche Ärzte meinen jedoch, aufgrund ihrer Erfahrung die Störfaktoren hierarchisch werten zu können. Sie kümmern sich deswegen vordringlich um die einen (z. B Störfaktoren im Zahn-bereich, Blockaden der Halswirbelsäule psychische Traumata etc.) und glauben, die nachgereihten nicht oder kaum mehr beachten zu müssen. Betroffene und Ärzte sollten bemüht sein, möglichst ganzheitlich diagnostisch zu denken und therapeutisch zu handeln. Ganzheitlich heißt u.a. auch, die psychosomatischen Aspekte des Tinnitus nicht außer acht zu lassen. Der Mensch ist mehr als sein Körper, und das Organ „Ohr“ wird wie alle Organe des Menschen, dem Einfluss von Geist und Seele nicht entzogen werden können. Die Psychosomatik beschreibt die Wechselwirkung zwischen Körper und Seele. Sie nimmt an, dass psychische Vorgänge an der Entstehung von bestimmten Krankheiten mit zu berücksichtigen sind. Dazu gehören zum Teil Erkrankungen, denen auch organisch deutliche Befunde zugrunde liegen. Häufig besteht jedoch ein großes Missverhältnis zwischen Befund und Beschwerden. Es ist vorstellbar, dass über die Annahme des Tinnitus – seine Entstehung bzw. Auslöser im Psychischen vorausgesetzt – letztendlich die verdrängte, nie akzeptierte Situation zu Bewusstsein kommt, die zum Tinnitus geführt hat und sich damit die Gelegenheit ergibt, sie nachträglich zu bearbeiten und zum Vorteil des Betroffenen zu lösen.

Nach außen hin ist zu fragen, ob nicht die Lebens– und Ernährungsgewohnheiten unserer Gesellschaft zusammen mit der zunehmenden Umweltbelastung (Schwermetalle u.a.) den Menschen überfordern und im Phänomen

„Tinnitus„ hörbar zum Ausdruck kommen. Die starken Außenreize machen den Menschen weitgehend unfähig, die notwendige Ruhe zu finden. Die bescheidenen Erfolge bei der Behandlung des Tinnitus lassen es nicht sinnvoll erscheinen, immer wieder gemachten therapeutischen Versprechungen hinterherzulaufen und sich selbst als wesentlichen (Mit-) Gestalter jeder Behandlung zu übersehen. Eine Schlagzeile auf der Titelseite einer renommierten österreichischen Tageszeitung vom 26.11.1997 lautete z.B. : “Höllenqualen – permanente Geräusche im Ohr: Eine neue Therapie hilft“. Die im zugehörigen Artikel genannten Therapien sind alle längst bekannt, und keine von ihnen hat sich als überragend wirksam erwiesen.

Der Wunsch, von quälenden Ohr-geräuschen erlöst zu werden, ist verständlich. Im Spiegel der herrschenden Medizin begreift sich der in scheinbar isolierten Funktionen gestörte Mensch als reparaturbedürftiges Wesen. Die Vertreter dieser Medizin bestärken ihn in der Hoffnung, dass die Reparatur gelingt, und die an die Krankenkassen bezahlten Beiträge geben dem Patienten das Gefühl, auf diese Art von Reparatur ganz selbstverständlich Anspruch zu haben. Die Selbstverantwortung des Menschen bleibt auf der Strecke.

Für die Auseinandersetzung mit Krankheit im allgemeinen ist von Vorteil, sie anzunehmen. Das verschafft dem Menschen die notwendige innere Ruhe und weckt Genesungskräfte, um eine harmonische Befindlichkeit auf höherer Ebene wieder herzustellen. Die Krankheit wird, unterstützt durch Lebensregeln von außen her, zu ihrem eigenen Korrektiv.

„Der Leidende“ ist inzwischen gewohnt, sich behandeln zu lassen, erwartet von der Medizin und dem sozialen Netz seiner Gesellschaft die Gesundung und vergisst meist, dass er dadurch nicht nur entmündigt wird, sondern sich immer mehr von seinem innersten Kern entfernt und die Selbstentfremdung dann erst recht wieder Krankheiten verursacht.


Der heutige Mensch erkrankt an sich selbst, weil sich sein Äußeres vom Inneren getrennt hat. - G. Blome -

Fortsetzung folgt.....


Dr. med. Johann Fuchs

 



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